Dienstag , 6. August 2019
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Gebühren bei Investmentfonds beachten: Ausgabeaufschlag, Managementgebühr und mehr

Gebühren bei InvestmentfondsInvestmentfonds sind für zahlreiche Anleger und Sparer mittlerweile eine sehr gute Möglichkeit geworden, auf der einen Seite Kapital anzulegen und auf der anderen Seite Vermögen aufzubauen, beispielsweise in Form einer späteren Altersversorgung. Am Markt existieren mehr als 1.000 unterschiedliche Investmentfonds aus verschiedenen Bereichen, beispielsweise Aktienfonds, Rentenfonds oder offene Immobilienfonds. Beim Vergleich und der Auswahl wird seitens der Anleger und Sparer allerdings zu häufig nur auf die reine Performance geachtet, während die Rendite, die auch die Kosten beinhaltet, nicht selten vernachlässigt wird. Dabei sind es insbesondere die Gebühren, die einen erheblichen Einfluss auf den erzielbaren Ertrag haben.

Unterschied zwischen Performance und Rendite bei Fonds

Zunächst einmal möchten wir gerne erläutern, worin eigentlich der Unterschied zwischen der Performance eines Investmentfonds und der für den Anleger oder Sparer erzielbaren Rendite liegt. Mit der Performance ist ausschließlich die reine Wertentwicklung gemeint. Kostete beispielsweise ein Fondsanteil vor exakt einem Jahr 50 Euro und hat sich der Preis aktuell auf 60 Euro erhöht, so hätte der Fonds innerhalb dieses Zeitraums eine Performance von 20 Prozent erzielt. Diese Wertentwicklung sagt aber keinesfalls etwas darüber aus, ob der Anleger auch tatsächlich eine Rendite in Höhe von 20 Prozent vereinnahmen konnte. Meistens ist die Rendite und somit der tatsächlich für den Anleger erzielbare Ertrag nämlich um einige Prozentpunkte geringer als die Wertentwicklung. In der Rendite sind sämtliche Kosten mit einbezogen, die im Zusammenhang mit dem Investment in Fonds stehen. Um welche Kosten es sich dabei handeln kann, darauf gehen wir in den folgenden Abschnitten näher ein.

Welche Gebühren gibt es bei Investmentfonds?

Es gibt eine Reihe von Gebühren, die im Zusammenhang mit dem Investment in Fonds entstehen können. Daher möchten wir Ihnen zunächst einen kurzen Überblick geben und anschließend näher auf die einzelnen Kostenfaktoren eingehen. Für gewöhnlich beinhaltet die Anlage in Fonds mindestens eine, meistens mehrere der folgenden Kostenfaktoren und Gebührenarten:

  •  Ausgabeaufschlag
  •  Managementgebühr
  •  Performance-Fee
  •  Verwaltungsgebühren
  •  Tauschgebühren
  •  Vertriebsprovision

Am häufigsten kommt sicherlich zum einen der Ausgabeaufschlag und zum anderen die Managementgebühr vor, zumindest dann, wenn es sich um klassische Fonds und nicht um ETF-Fonds handelt.

Der Ausgabeaufschlag: Einmalige Gebühr sollte mit eingerechnet werden

Einer relativ häufige Gebühr bei Fonds ist der sogenannte Ausgabeaufschlag. Wie der Name schon vermuten lässt, so handelt es sich dabei um einen Aufschlag auf den Preis, den Sie beim den Sie beim Erwerb der Fondsanteile zahlen. Es gibt bei solchen Fonds also eine Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufs- bzw. dem Rücknahmepreis. Der Rücknahmepreis, den Ihnen die Fondsgesellschaft zahlt, wenn Sie im Bestand befindliche Anteile wieder verkaufen möchten, ist dementsprechend natürlich geringer als der Ausgabepreis. Die Differenz zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreis, also der Ausgabeaufschlag, bewegt sich je nach Fonds und Fondsart meistens zwischen zwei und fünf Prozent. Diese Kosten entstehen zwar nur einmalig, Sie sollten sie aber dennoch auf Ihre Anlagedauer verteilt in die Renditeberechnung mit einbeziehen. Haben Sie beispielsweise einen Anlagehorizont von fünf Jahren und beträgt der Ausgabeaufschlag fünf Prozent, würde dies Ihre Rendite um jährlich ein Prozent verringern.

Managementgebühr bei aktiv gemanagten Fonds

Der zweite Hauptkostenfaktor bei vielen Investmentfonds ist die sogenannte Managementgebühr. Diese tritt bei nahezu allen aktiv gemanagten Fonds auf und ist eine Art Entschädigung für den Fondsmanager, der natürlich mit der aktiven Auswahl der Basiswerte und der Betreuung Fonds sowie des Portfolios einen Aufwand hat. Diesen Aufwand lassen sich aktiv gemanagte Fonds vom Anleger in Form der Managementgebühr bezahlen. Wie hoch diese Gebühren sind, hängt natürlich wiederum von der Fondsart und des Fonds selbst ab. Durchschnittlich können Sie damit rechnen, dass sich die Managementgebühren auf 0,5 bis 1,5 Prozent pro Jahr belaufen. Maßstab ist dabei in aller Regel der Gegenwert der gekauften und im Bestand befindlichen Fondsanteile.

Performance-Fee bei offenen Fonds eher seltener

Eine weitere Gebühr gibt es bei offenen Fonds eher selten, dafür allerdings vorrangig bei Spezialfonds bzw. geschlossenen Fonds. Es handelt sich dabei um die sogenannte Performance-Fee. Dies ist eine erfolgsabhängige Gebühr, die Sie zahlen, wenn Sie mit dem Fonds einen Gewinn erzielen. Typisch ist eine Performance-Fee beispielsweise bei Krypto-Fonds. Wenn Sie dort beispielsweise innerhalb eines Jahres mit dem Fonds eine Performance von 20 Prozent erzielen, veranschlagen die jeweiligen Fondsgesellschaften und eine Performance-Fee zwischen 15 bis 25 Prozent. Bei offenen Fonds müssen Sie in der Regel diese Gebühren jedoch nicht beachten, also nicht bei:

  •  Aktienfonds
  •  Rentenfonds
  •  Geldmarktfonds
  •  Offene Immobilienfonds

Vertriebsprovision und Verwaltungsgebühr

Zwei weitere Kostenfaktoren, die Sie ebenfalls – falls vorhanden – in die Rendite mit einberechnen sollten, sind zum einen die Vertriebsprovision und zum anderen die Verwaltungsgebühren. Bei diesen Gebühren handelt es sich um nicht seltene Kostenfaktoren, insbesondere bei der Verwaltungsgebühr. Diese beläuft sich durchschnittlich oft zwischen 0,3 und 0,5 Prozent Ihres Anteilswertes.

Gebühren summieren: 2% und mehr keine Seltenheit

Wenn Sie die zuvor genannten Kostenfaktoren und Gebühren addieren, werden Sie feststellen, dass sich die Gesamtkostenquote bei aktiv gemanagten Fonds nicht selten über 1,5 Prozent und manchmal sogar über 2,0 Prozent bewegt. Dass dies durchaus realistisch ist, zeigt noch die Addition der folgenden Kostenfaktoren als Beispiel:

Ausgabeaufschlag 5% (fünf Jahre Haltedauer): 1% pro Jahr
Managementgebühr: für 0,8%
Verwaltungsgebühr: 0,4%
Gesamtkostenquote: 2,20%

Kosten sparen können Sie vor allem dadurch, dass Sie sich generell für einen günstigeren aktiv gemanagten Fonds entscheiden oder zumindest für einen Investmentfonds, bei dem kein Ausgabeaufschlag berechnet wird. Dann ist es allerdings sich selten so, dass sich die Fondskosten an anderer Stelle höher zeigen, wie zum Beispiel durch eine höhere Managementgebühr. Eine echte Alternative zu den mitunter recht teuren aktiv gemanagten Fonds sind allerdings die sogenannten ETFs

ETFs: Alternative mit geringer Kostenquote

Bei den offenen Fonds sind es nicht nur die Spezialfonds, wie zum Beispiel Riester-Fonds, die häufig nicht geringe Kosten beim Anleger verursachen. Eine Gesamtkostenquote von zwei Prozent ist sicherlich keine Seltenheit, sodass Sie von der jährlichen Performance mitunter zwei Prozent und mehr abziehen müssen, und Ihre Rendite dadurch natürlich deutlich geringer ausfällt. Eine echte Alternative können daher die sogenannten Indexfonds sein, auch als Passivfonds oder ETFs bezeichnet werden.

Diese Fonds sind nicht aktiv gemanagt, sondern es wird lediglich ein Index im Fondsportfolio nachgebildet. Daraus resultiert unter anderem, dass die Gesamtkostenquote zum Teil deutlich geringer als bei aktiv gemanagten Fonds ist und sich im Durchschnitt auf 0,4 bis 0,6 Prozent beläuft. Somit können Sie bei ETF-Fonds teilweise mehr als 1,5 Prozent Kosten pro Jahr einsparen und somit von einer besseren Rendite profitieren. Nicht selten kommt noch eine Art „Bonus hinzu“, nämlich dass die ETFs trotz des lediglich passiven Managements manchmal sogar eine bessere Performance als aktiv gemanagte Fonds erzielen können.

Über Oliver Schoch

Oliver Schoch
Oliver ist gelernter Bankkaufmann und war mehr als 10 Jahre in verschiedenen Banken und Bereichen tätig. Seit 2008 ist er freiberuflicher Finanz-Journalist und hat sich auf Themen wie Geldanlage, Finanzierungen, Börse, Versicherungen und Immobilien spezialisiert.

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